In der Lernwerkstatt lernen wir zu lernen. Doch was bedeutet das überhaupt?

Der Begriff „lernen zu lernen“ ist mir das erste Mal begegnet, als ich das Buch „Der Anfang von Himmel und Erde hat keinen Namen“ von Heinz von Foerster las. 

Von Foerster sagt: 

Zunächst einmal ist wichtig zu sehen, dass man Lernen lernen kann, das ist schon einmal sehr wichtig. Sobald ein solches Konzept auftaucht, dass man im Lernen selbst eine Lernmöglichkeit erblickt, sieht man das ganze Lernproblem schon aus einer ganz anderen Perspektive.

Und weiter: 

Beim Lernenlernen bekommt meine Beteiligung eine andere Qualität […] Ich bekomme plötzlich ein Gefühl dafür, warum ich das alles mache, warum ich das wissen will, warum jenes vor sich geht etc.

Das „Warum“ ist überaus wichtig. Es ist z.B. für mich unbegreiflich, dass man 12 Jahre lang Mathe in der Schule behandelt, aber man erarbeitet sich zu keinem Zeitpunkt eine Antwort auf die Frage: „Warum mache ich das? Wozu brauche ich überhaupt Mathe?“

Fragen sind für das Lernen elementare Werkzeuge. In der Lernwerkstatt nutzen unsere Lernbegleiter die sogenannte Coyote-Methode. Diese Methode dient dazu, Lernen mit Begeisterung und Freude anzuregen. Es geht um das Ausprobieren neuer Lösungen und die Bewältigung von Herausforderungen. Unsere Lernbegleiter nutzen dabei vor allem geschickte Fragestellungen. Schüler werden ermutigt, selber neue Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Der Lernprozess wird aktiv und spielerisch. Schüler spielen mit ihren Gedanken und erwerben Wissen durch Erfahrungen. Sie entwickeln die Fähigkeit, quer zu denken und Relationen zu erstellen, die nur durch die eigene, einzigartige Perspektive entstehen können.

Lernen zu lernen bedeutet auch ein Gefühl für das eigene Lernverhalten zu entwickeln und dann die passenden Lerntechniken zu implementieren. Ein großer Vorteil der Lernwerkstatt ist die Diversität unserer Lernbegleiter. Wir kommen aus unterschiedlichen Fachrichtungen (Ingenieurwesen, Politikwissenschaften, Kunstgeschichte, etc.), sind daher geübt in einem breiten Spektrum an Lerntechniken. Wichtiger ist es uns aber, Schüler dabei zu begleiten, ihre eigenen Erfahrungen zu machen, damit sie auch ihre eigenen Lerntechniken erarbeiten können. Wir sind Lernbegleiter, nicht Lehrer, die ausschließlich Wissen vermitteln. 

Albert Einstein, der nicht nur die größte wissenschaftliche Revolution des 20. Jahrhunderts mit seiner Relativitätstheorie angestoßen hat, sondern auch ein geistvoller Philosoph war, sagte einmal:

Es ist die wichtigste Kunst des Lehrers, die Freude am Schaffen und am Erkennen zu wecken.
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